Pflegeversicherung reformieren

Kreissprecher Manfred Bachmayer im Gespräch mit Monika Gaubitz (Bezirksvorstand), MdB Elisabeth Scharfenberg und Bezirkssprecher Dr. Berthold Lausen (v.l.n.r.)
ERLANGEN-HÖCHSTADT Der demographische Wandel und seinen Folgen waren das
Hauptthema der Bezirksversammlung von Bündnis 90/ Die Grünen in Nürnberg. Aus dem Landkreis Erlangen Höchstadt nahmen Karl-Heinz Roll aus Baiersdorf, Elisabeth Paulus aus Heroldsberg sowie Kreissprecher Manfred Bachmayer an dem Treffen teil. Als Referentin konnte Bezirkssprecher Dr. Berthold Lausen die Bundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg gewinnen. In Ihrem Vortrag stellte die grüne Sozialexpertin klar, dass der demographische Wandel sich nicht mehr aufhalten lasse. Auch eine vernünftige Familienpolitik könne seine Auswirkungen nur abmildern. Die Anzahl der älteren Menschen werde in den nächsten Jahren zunehmen. Daher müsse die Finanzierung der Pflegeversicherung, so MdB Elisabeth Scharfenberg, mit einer Bürgerversicherung auf eine breitere Basis gestellt werden. Jeder müsse seinen Beitrag für eine gerechte und nachhaltige Finanzierung leisten. Ein weiterer Schritt sei die Reform der Pflegeversicherung. Ambulante Angebote müssen verstärkt gefördert und den stationären gleichgestellt werden. Pflegebedürftigkeit dürfe nicht zwangsläufig den Umzug in ein Heim bedeuten. Hierzu soll ein Einzelfallmanagement für alle Pflegebedürftigen eingeführt werden. Oberstes Ziel müsse es sein, den Erhalt und die Wiedergewinnung der Gesundheit zu fördern. In der anschließenden Aussprache berichtete Kreissprecher Manfred Bachmayer von großen Unterschieden bei den Pflegeeinrichtungen im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Er lobte die Forderung der Bundestagsgrünen, ein unabhängiges „Institut für Qualität in der Pflege“ zu etablieren. MdB Elisabeth Scharfenberg verwies in diesem Zusammenhang auf die Chance über einheitliche Standards mehr Transparenz im Pflegebereich zu erreichen. Ziel sei es, eine höhere Pflegequalität in und einen fairen Wettbewerb zwischen den Einrichtungen zu bekommen. Derzeit seien die teils erheblichen Preisunterschiede nicht nachvollziehbar und bedeuteten nicht zwingend bessere oder schlechtere Qualität. Die Prozess- und Ergebnisqualität sollte in Zukunft von den Krankenkassen direkt geprüft werden.
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