Beruhigungspillen lenken ab
ERLANGEN-HÖCHSTADT - Die Gewerkschaft der Polizei in Mittelfranken (GdP) sieht die Pläne zur temporären Schließung von Polizeiinspektionen als äusserst problematisch an. In einem Gespräch mit stellv. Landrat Manfred Bachmayer und der grünen Landtagsabgeordneten Christine Stahl machten die Arbeitnehmervertreter mit Bezirksvorsitzenden Herbert Kern an der Spitze deutlich, dass erhebliche Einwände gegen dieses Vorhaben des Innenministeriums bestehen.
"Die Beruhigungspillen" aus dem Polizeipräsidium Mittelfranken die kürzlich dem Kreistag Erlangen-Höchstadt vorgelegt worden sind, so GdP-Bezirkschef Herbert Kern, lenkten von den eigentlichen Problemen der Beamten in den Polizeiinspektionen ab. Bereits jetzt seien die Polizisten durch ständig neue Aufgaben und einer Ausweitung der Arbeitszeiten an der Grenze der Belastung angelangt. Statt neue Beamte einzustellen, werde nun die temporäre Schließung von Polizeidienststellen ins Gespräch gebracht. "Ortskenntnis und Bürgernähe" könne nicht durch eine Gegensprechanlage in der fernen Einsatzzentrale in Nürnberg gewährleistet werden. Gerade für Notfälle sei eine durchgehend besetzte Wache vor Ort, so GdP-Bezirksvorsitzender Herbert Kern, als Anlaufstelle für Bürger notwendig. Den Einsatz von stellv. Landrat Manfred Bachmayer und MdL Christine Stahl für eine Beibehaltung der durchgehenden Öffnung der Polizeiinspektionen im Landkreis Erlangen-Höchstadt begrüssten die GdP-Vertreter ausdrücklich.
MdL Christine Stahl bohrt nach
In einem Schreiben an Innenminister Dr. Günther Beckstein hat MdL Christine Stahl nun detailliert Auskunft gefordert, wie sich die Kosten einer temporären Schließung von Polizeiinspektionen zusammensetzen. Hier geht es der regionalen Abgeordneten nicht nur um den Betrieb der Gegen-sprechanlagen, sondern auch um die Frage, wie die Einbruchssicherheit der Gebäude während der Schließung gewährleistet werden soll

Die GdP-Vertreter Josef Mehringer, Wolfgang Vogt und Herbert Kern (v.r.n.l.) stärkten stellv. Landrat Manfred Bachmayer und MdL Christine Stahl (3. und 4.v.l.) den Rücken in ihrem Einsatz für durchgehend geöffnete Polizeiinspektionen




