ERLANGEN-HÖCHSTADT - Der Kreisverband von B90/ Grüne Erlangen-Land hat sich sich auf seiner Klausurtagung im Gasthaus Aischblick in Höchstadt a.d. Aisch mit den Themen "Soziale Gerechtigkeit" und "Kinderpolitik"
beschäftigt. Als kompetente Referenten konnte Kreissprecher Manfred Bachmayer Landtagsspitzenkandidatin MdL Renate Ackermann aus Ansbach sowie den Erlanger Kinderpolitiker Dr. Gunther Moll begrüssen. Die grünen Kreisvorstände Karin Peucker-Göbel und Manfred Bachmayer, die die Tagung organisatorisch vorbereitet hatten, waren über die interessante und offene Debatte hoch erfreut.
Grundlage der Debatte, die Dr. Lutz Bräutigam aus Hemhofen leitete, war ein Impulsreferat von MdL Renate Ackermann, die die grünen Vorstellung zur Überwindung, der von Lutz Bräutigam zu Beginn heftig kritisierten "sozialen Kälte in Bayern“, erläuterte. Hierzu gehört aus der Sicht der Abgeordneten die umgehende Einführung des Mindestlohnes. Dieser verhindere "extreme Dumpinglöhne". Die grüne Landtagsfraktion habe daher entsprechende Anträgen der SPD ihre volle Zustimmung gegeben. Auch das Nord-Südgefälle" in Bayern kritisierte Ackermann deutlich. Noch extremer sei das Bildungsgefälle zwischen dem Städten und dem flachen Land, wie dem Raum Höchstadt a.d. Aisch. Kein Teilbereich des Landes dürfe abgehängt werden. Es könne nicht sein, so Ackermann, dass 60% der Bildungsmittel in die Gymnasien fliessen und nur 40% für Haupt- und Realschulen bleiben. Die Lösung sei hier eine nachhaltige Politik, wie sie von den Grünen verfolgt werde.
Mit einer umfassenden frühkindlichen Erziehung, Bildungsgutscheinen statt Betreuungsgeld für Kinder und verpflichtenden Ganztagesschulen für alle soll das Bildungssystem gerechter werden. Kindergärten und Studium müssen wieder kostenfrei sein, so die grüne Sozialexpertin. Hierzu müsse man Geld in die Hand nehmen, es seien genügend Steuermittel in den Staatskassen vorhanden. Man müsse nur die richtigen Prioritäten setzen.
Dr. Gunther Moll: Langweilige Kinderkrippen!
Diese Maßnahmen würden sich, so ergänzte Dr. Gunther Moll, langfristig auszahlen. Dieser zeigte in einem Multimedia Vortrag auf, das die wichtigsten Grundlagen für eine gesunde Entwicklung von Menschen in der ersten Lebensphase gesetzt werden. Langweilige Kinderkrippen und -gärten müssten der Vergangenheit angehören. Kinder wollen lernen, man müsse sie daher fordern und mit ihnen die die Natur gehen, wo es ständig neue Dinge zu entdecken gibt. Die ersten Jahre seien entscheidend für die Entwicklung des Gehirns. Sprachen seien am besten in der vorschulischen Phase zu vermitteln, da sich hier das Sprachzentrum des Menschen entwickle. Die Ausbildung der Erzieherinnen sei umgehend zu akademisieren. Nicht Professoren, sondern Erzieherinnen sollten an der Spitze der Einkommen im Bildungsbereich stehen, so der grüne Kinderpolitiker Dr. Gunther Moll. Auch seien die Eltern in die Kinderkrippenarbeit zu integrieren, der Betreuungsschlüssel dort deutlich zu verringern. All dies koste, vor dem Hintergrund der Ausgaben für Fehlentwicklungen im Jugendalter "uns nur ein Lächeln". Wer an den Kinder spare, betrüge letztendlich sich selbst.
Dr. Lutz Bräutigam bedanke sich zum Abschluss der Tagung bei den beiden Referenten für Ihren Vortrag. Er betonte, dass "soziale Gerechtigkeit ein immens wichtiges Zukunftsthema" sei. besonders problematisch sein aktuell die "Ökonomisierung der Gesellschaft". Die Grünen müssten zu ihren Themen stehen und die notwendigen Weichenstellungen in der Politik vornehmen.
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